das, was vor uns liegt, kann gestaltet werden, es ist nicht unser unabänderliches schicksal

Samstag, 14. Juli 2012

wärst du damals anders abgebogen
hättest du jenen weg gewählt
hättest leichtes nicht für schwer bewogen
hättest auf anderes gezählt


wo wärst du wenn du nicht hier wärst
wie wär ich weitab von mir ?
was du jetzt siehst, was du hier hörst
gehört alles das zu dir ?


das ist dein haus, das ist dein herz
das ist dein glück, das ist dein schmerz


das gras ist nicht grüner anderswo
zwischen himmel und erde ebenso
du nimmst dich selbst mit an jeden fleck
es gibt nirgends ein versteck
vor dir
vor mir
bleib hier
macht was anderes dich glücklicher
wärst du ein anderer ohne mich
geben andere menschen, andere orte
dir ein anderes gesicht


das ist dein haus, das ist dein herz
das ist dein glück, das ist dein schmerz


das gras ist nicht grüner anderswo
zwischen himmel und erde ebenso
du nimmst dich selbst mit an jeden fleck
es gibt nirgends ein versteck
vor dir
vor mir
bleib hier
Was wir erlebt haben,
ist nicht das, worauf es ankommt,
sondern was wir durch unsere Erlebnisse
geworden sind !

                                                                                                     Friedrich Rittelmeyer
Der Glaube an Frieden
der den Flüchtling bewegt
den Brüdern zu schreiben
auf dass sie das große Ziel nicht vergessen

Der Glaube an sich selbst
der den Mann vom Theater
während seiner Arbeit
all anderen Schmerz vergessen lässt

Der Glaube an Liebe
der dem einsamen Seemann
ein weiches Kissen ist
das ihm die rasende Leere der Nacht versüsst

Der Glaube an Gott
der die sträflich Gefangenen
trotz Allem befähigt
lebenslang zu haben, was die Welt ihnen entsagt

Selbst der Glaube an Nichts
als den klaren Himmel
lässt die Vogelscharen fliegen
und tagtäglich ihr Lied singen



Max Prosa